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Einschalten zum Abschalten

Das Wetter hielt sich auch hier lange bei angenehmen Temperaturen. Bis in den November hinein konnte man an manchen Tagen noch seine coolen europäischen H&M-T-Shirts spazieren tragen, ein Farbklecks in dem Rutgers-Einheitssweatergrau sein. Der anschließende Dezember war einfach vollgepackt mit Klausuren und Hausarbeiten. Keine Zeit. Doch dann kam die kalte Jahreszeit: Schnee, Graupel, dunkel, ungemütlich – zumindest draußen. Was also machen wenn man mal keine Lust auf Lernen hat und man nur unter akuter Erfrierungsgefahr Tennisspielen könnte? Das machen was alle Amerikaner machen: Die Flucht aus dem langweiligen Alltag in das bunte, flimmernde Dasein jenseits der Mattscheibe antreten.

Fernsehen ist die wohl uhreigenste amerikanische Beschäftigung neben dem Autofahren. Umso erstaunlicher, dass ich mir über Monate hinweg angemaßt habe, mir ein Bild von diesem Land zu machen, OHNE einen Fernseher zu besitzen. Dieser Umstand hat sich Gott sei Dank seit ein paar Wochen geändert. Ich habe ihn (schwarz, alt, geschenkt) zwar nach wie vor nicht in meinem Zimmer Einzug erhalten lassen, aber dafür steht er jetzt im (von mir exklusiv genutzten) Wohnzimmer. Endlich kann ich mitreden: über Scrubs, Lost, Grey’s Anatomy, The Office (US), Family Guy und all die anderen.

Das Angebot ist schier unerschöpflich. Man kann problemlos den ganzen Tag durch die 83 Kanäle zappen, ohne dass einem langweilig werden würde. Wenn nicht gerade eine der vielen (zum Teil wirklich guten) Serien läuft kann man - auch tagsüber - ohne Bedenken wahlweise beim Discovery oder History Channel reinschauen. Diese beiden Kanäle haben es perfektioniert völlig belangloses Material (Karpfenzucht in Florida unter Lebensgefahr - für die Karpfen, Geschichte der früh-hellenistischen Seeräuber) in eine Form zu packen, die es möglich macht, dass ich mich problemlos zwei Stunde berieseln lassen kann.

RutgersTV hat natürlich mehr zu bieten als das 08/15 Programm. Wir haben unser eigenes MTV (RU-MTV), ein hauseigenes ESPN (und neun weiter Sportkanäle), Infokanäle rund um das Unigeschehen, und natürlich die unzähligen Extra-Serien- und Spielfilmkanäle. Auf letzteren laufen 24/7 (sprich: twenty four seven) aktuelle Kinofilme ohne Werbeunterbrechung.

Besagte Werbepausen wären einen eigenen Eintrag wert. In aller Kürze: 1 Stunde Serie = 25 Minuten Nettospielzeit + 35 Minuten Produktpropaganda (Medikamente, Autos, Fast-Food, Versicherungen).

Zwei Kanäle waren es allerdings alleine schon wert: Comedy Central (u.A. The Colbert Report, Reno 911 und The Sarah Silverman Program) und adultswim (nein, keine entblößten Oberweiten, die es hier dank der No-Nipples-Policy eh nicht zu sehen gäbe, sondern innovative Comicserien wie die Venture Brothers oder Family Guy.

Nationale Verblödung? Absolut, aber auf hohem Niveau!

So, die Werbepause ist vorbei und Aqua Teen Hunger Force geht weiter: ein Milchshake, eine Tüte Pommes und eine Frikadelle retten die Welt...

5.3.07 08:36


Holiday Season: A Comprehensive Overview

 

Dass das „Land of Plenty“ den feierlichen Teil des Jahres anders begeht als das „Pretzelcrust-Chicken-Country“ war zu erwarten. Doch siehe da, hier scheint ausnahmsweise einmal alles noch etwas genauer geregelt und ritualisiert zu sein.

Die Holiday Season beginnt nämlich erst am Tag genau – und nicht wie bei uns schon gefühlt Mitte Oktober – mit dem Verspeisen der „großen Henne“ am letzten Donnerstag im November. Da dies ALLE amerikanischen (merke: Thanksgiving ist keine christliche Exklusivveranstaltung) Familien so machen wird das ganze auch passender Weise „The Great Turkey Massacre“ genannt. Politisch korrekt ist das natürlich nicht. Gerade in Hinsicht auf aktuelle politische Debatten.

Ich hatte die große Ehre (wirklich!) diesen wichtigsten aller amerikanischen Feiertage, bei der Familie meines Mitbewohners Jim zu verbringen. Das ganze Event beinhaltet neben dem obligatorischen Non-Stop-Gelage vor allem Football. Obwohl der Fokus offensichtlich (Non-Stop-Gelage) auf dem passiven Footballgenuss liegt, wird auch die aktive Teilnahme am „Turkey-Football“ erwartet: rau aber lustig. Schließlich wird abends noch ein Weihnachtsfilm aus den 50ern geschaut. Das sehr nette Wochenende endete mit einer ganzen Kühlschrankladung „Left-Overs“, die mich noch eine ganze weitere Woche kulinarisch über die Runden brachte.

            Die folgenden Wochen sind in grün, rot und weiß getuscht. Das hat vor allem für die zahlreichen italienischen Pizzarien den Vorteil, dass dort ausnahmsweise überhaupt keine zusätzliche Beflaggung notwendig ist. Überall Santa Claus und seine „Elfs“, auf allen Kanälen Weihnachtsfilme und immer Weihnachtsmusik. Meistens Frank Sinatra, Bing Crosby oder Mariah Carey. Aber meistens halt Frank Sinatra. Es finden X-Mas-Parties statt, an denen man sich in schlimm gemusterten Pullovern kleiden muss, und man lernt schließlich den bedeutenden Unterschied zwischen „Happy Holidays“ und „Merry Christmas and a happy New Year“. Zusätzlich gerät die sowieso schon ausgeprägte Konsumfreude der US-Bevölkerung nun völlig außer Kontrolle. In der „City“ schieben sich die Menschenmassen durch Macy’s und am Rockefeller Center samt Weihnachtsbaum (aka die „20-Meter-Glühbirne ) und Schlittschuhfahrern vorbei. Aber auch inmitten der blinkenden, jaulenden Jahresendzeitstimmung findet man noch wahre Beschaulichkeit; Zum Beispiel im wunderhübsch geschmückten Brooklyn bei einer heißen Schokolade mit Blick auf die erleuchtete Skyline Manhattans. Irgendwo singt Frank Sinatra „Chestnuts roasting on an open fire…“ Also doch: Fröhliche Weihnachten!

24.12.06 23:31


American Sports


Ganz Rutgers steht Kopf! Heute abend spielen unsere Scarlet Knights gegen die Cardinals aus Louisville. Gewinnt Rutgers, spielen sie „national“, also quasi in den Play-offs. Football. College Football. Klingt nicht so wichtig?

Sagen wir es mal so: Dies wird als eines der zehn wichtigsten Sportereignisse in der Geschichte New Jerseys gewertet. Man muss dazu sagen, dass das Rutgers Football Team noch NIE so erfolgreich gespielt hat wie in diesem Jahr, also seit 1869 (Rutgers spielt gegen Princeton das erste College Football Spiel überhaupt). Seit dem war Rutgers immer ein Underdog in der „Big East“ Liga. Allerdings ohne den rechten Underdogcharme. Also mehr Hannover 96 als St. Pauli. Dieses Jahr ist alles anders: Ungeschlagen in 8 Spielen und auf Platz 15 im ganzen Land. Niemals zuvor wurde Rutgers überhaupt einmal irgendwo „geranked“!

Entsprechend groß ist das Halli-Dalli. Alle tragen R – f o o t b a l l shirts. Ich auch.

Ich habe mir persönlich immerhin zwei Spiele live angeschaut. Das war eine faszinierende Erfahrung. Selbst das Stadion von Rutgers (wie gesagt, notorisch erfolglos) ist mit einem Fassungsvermögen von 41,500 Menschen, größer als das der meisten Bundesligastadien (in die AWD-Arena passen lediglich 48,000 Menschen mehr hinein). Die College Teams werden zudem sehr professionell organisiert. In vielen Teilen des Landes sind sie weit wichtiger als die NFL-Teams.

Ich habe, wie die allermeisten Europäer keinerlei Vorahnung über Football mitgebracht. Ich glaube, ich habe einmal „NFL Madden 99“ auf dem PC gespielt und fand es völlig unmöglich das Prinzip zu verstehen, aber immerhin lustig, dass man ohne Einspruch des Schiris, welcher wie ein Footlockerangestellter aussah, einfach seine Gegner umhauen konnte (eine interessante Analogie zu Eishockey). Schon damals ahnte ich (und die PC Player Redakteure, die diesem Spiel trotzdem immerhin 80% Spielspaß zugestanden): Dieser Sport ist unglaublich kompliziert. Als ich dann 20 Minuten vor Aufbruch zum Stadion noch mal „kurz“ die Regeln überfliegen wollte, musste ich beim Anblick des Wikipediaeintrages „American Football Rules (incomplete)“ laut loslachen. Genauso gut hätte ich mir vor dem Besuch der Bayreuther Festspiele noch kurz den Ring der Nibelungen durchlesen können. Wenn Football das Deutsche Steuerrecht ist, sind Rugby und Fußball die Merzsche Bierdeckelversionen.

Dies hat zur Konsequenz, dass das Spiel an sich vollkommen zerstückelt wirkt. Der Ball ist selten länger als 10 Sekunden in Bewegung. Spätestens dann wird abgepfiffen. Hmm. Kein Sport der auf den ersten Blick zu begeistern weiß. Aber darum geht es auch gar nicht. Während es für ein Bundesligateam die Höchststrafe bedeutet, wenn das Publikum vor Spielende das Stadion verlässt, geht es beim American Football eher zu wie bei der Vorlesung „Einführung in die VWL“ bei Breyer und Genser: Es herrscht ein ungezwungenes Kommen und Gehen. Kaum ein Mensch hält es auch tatsächlich die vollen vier Stunden, welche nur eine (!) reale Spielstunde beinhalten aus. Der Rest sind Spielunterbrechungen.

Es geht dabei auch mehr um Hot Dogs, Pretzels, Softdrinks und natürlich Tailgating. Letzteres ist eine etwas sonderbare Sitte, nach welcher man sich vor (nach, während) dem Spiel auf dem Parkplatz des Stadions trifft um in möglichst viel Bier zu trinken und (bei entsprechenden Temperaturen) Hamburger zu grillen. Optimaler Weise sitzt man dabei auf der Ladefläche eines stilechten Pick-Up-Trucks. Das gibt dem ganzen eine gewisse Festivalatmosphäre.

Am Ende bleibt der Eindruck einer etwas sonderbaren amerikanischen Emanzipationsmaßnahme des ausgehenden 19ten Jahrhunderts. Aus Fußball wurde Football (weitestgehend ohne Fuss) , aus Kricket wurde Baseball, aus Hockey wurde Eishockey und Basketball wurde einfach so erfunden. Aber es hilft dabei sich wirklich auf einem anderen Kontinent zu fühlen. Und es ist ziemlich lustig mit zwei Litern Bier intus. In diesem Sinne: Go Rutgers, Go Knights!

10.11.06 19:25


Ein bischen Heimat in der Ferne

 


So, meine lieben Leserinnen und Leser!

Folgendes wollte ich euch auf keinen Fall vorenthalten. Hier wird gesamtdeutsches Verständnis noch großgeschrieben. Bremen meets Schwarzwald meets Bayern meets Pfalz meets the one and only Bretzelkrustenhähnchen.


Schade nur, dass meine Schuhplattler-Skills so eingestaubt sind. Die Mucke verspricht ja eine virtuose Verquickung von Hansi Hinterseer und Kraftwerk zu werden. Wie geil ist das denn?

Gefunden in der offiziellen New Brunswick Event Mail:


The Old Bay ~ 17th Annual Oktoberfest
17th Annual Octoberfest @The Old Bay Restaurant
Sunday, October 8th, 2006
1pm - 7pm


Admission of $10 Includes:
• FREE Becks Oktoberfest mug for the first 50 patrons
• German Food Buffet
• 22 Draft Beers on Tap
• Free First Draft Beer
• Live German Music by Alpine Express from 1-5pm
• Meet the Beck's Oktoberfest girls

2006 Oktoberfest Buffet Assorted Grilled Sausages, Sauerkraut, German Potato Salad, Roasted Pork with Beer Sauce Sauerbraten, Braised Red Cabbage and Apples, Pierogies, Pretzel Crusted Chicken, & Black Forest Cake

6.10.06 20:24


9/11


 

So ist das also. Wenn es ein Ereignis gab, dass das Weltgeschehen und vor allem unser Bild von den Vereinigten Staaten in Europa geprägt hat, dann dieses Datum und die Folgen dieses Tages. Nun jährte sich also der Tag der Anschläge auf das World Trade Center zum fünften mal. Wenige Tage vorher war ich selbst am Ground Zero. Ich muss zugeben, dass mich die Lokalität nicht gerade emotional ergriffen hat. Es ist einfach eine riesige Baustelle mit einem kleinen Kreuz aus Stahlträgern. Dennoch merkt man noch immer, dass dieser Platz den Menschen sehr viel bedeutet. Es ist doch ein riesiger Unterschied ob man mit Studienkollegen aus Konstanz über 9/11 spricht oder mit Menschen die tatsächlich Freunde und Verwandte in den Türmen verloren haben. Man denkt noch einmal darüber nach, was man vorher für selbstverständlich hielt. Jeder zynische Kommentar bleibt einem im Hals stecken.

Dennoch: Der Tag an sich verlief dann fast schon unspektakulär. Das mag vor allem daran liegen, dass ich zur Zeit weder Fernseher noch Radio besitze und deshalb vom Medienbombardement weitestgehend abgeschnitten bin. Lediglich meine New York Times habe ich gelesen. Am Nachmittag habe ich dann noch einen Vortrag über den Wiederaufbau des WTC. Na ja, so ganz hat mich das neue Konzept, und vor allem die übertriebenen Sicherheitsmaßnahmen, jetzt nicht überzeugt. Aber es bleibt hier natürlich besonders schwierig Paranoia von begründeter Angst zu unterscheiden. Die meisten Amerikaner scheinen zumindest mit der Art und Weise des Wiederaufbaus sehr unzufrieden zu sein.

Alles in allem war es ein besonderer Tag, auch wenn der große Pathos ausgeblieben ist. Mir solls Recht sein.

Hier noch zwei interessante Links zu 9/11, was nun auch endlich das Desing meines Blogs rechtfertigt. ;-)

 

Loose Change 911

und hier die Gegendarstellung:

Spiegel Special

 

 

 

15.9.06 01:41


Pack Your Gun!

New Jersey, der Garden State!

Mein Wissen über diesen Staat, war bevor ich hier anreiste, gelinde gesagt sehr begrenzt. Ok, ich hatte mir den Wikipediaeintrag durch durchgelesen und den Film "Garden State" (Anmerkung der Redaktion: absolut sehenswert) angeschaut.
Mein Gedanke: "Vor den Toren einer großen Stadt gelegen, ca. 8 Mil. Einwohner,höchste Erhebung ist 550m. Ist ja alles so wie im guten alten Niedersachsen."

Als ich mich wenige Tage vor Abflug mit einem Kanadier unterhielt, und ich nebenbei bemerkte, dass ich die nächste Zeit im schönen aber wohl etwas langweiligen Garden State verweilen werde, gab dieser mir nur einen einfache Ratschlag mit auf den Weg:
"Pack your gun!"

Wirklich skeptisch wurde ich allerdings erst, als ich in meiner Orientierungswoche einen riesigen Berg von kleinen Broschüren in die Hand gedrückt bekam. Insgesamt ca. 20 Stück. 6 (!) davon hatten so schöne Titel wie: "Stay save in New Brunswick", "How to handle a crime situation", "Shoot, BEFORE you get shot at" (ok, letzteres gab es dann doch nicht), uvm.

Als uns anschließend dann noch das "Savety Building" gezeigt wurde, dessen Zweck ich ich so interpretierte, dass man des Nachts in brandgefährlichen Situationen in dieses hineinflüchten könne, wurde ich doch so langsam nachdeklich.

Gestern hab ich dann in einer ruhigen Minute mal die FBI Crime Statistics gewälzt. Und siehe da: Alles halb so schlimm.
Zwar sind die anderen beiden Campi von Rutgers (Newark und Camden) wirklich zwei sehr ungemütliche Pflaster. (Camden: Mordrate sieben mal so hoch wie der nationale Durchschnitt). New Brunswick ist dagegen ein Hort der Stille. Jediglich 3 Morde, 16 Vergewaltigungen, 221 Raubüberfälle und Einbrüche und 3 Brandstiftungen wurden 2005 registriert.

Ich hab gehört, dass die legendäre NRA (National Rifle Association) irgendwann ein kostenloses Schießtraining unter dem Motto "Make Friends and Hang Out at the Shooting Range" anbieten wird. Mal schauen wo man sich da anmelden kann...
8.9.06 18:40


New York, New York




Hier ein kleiner Eindruck aus der "City". Regen hat auch seine interessanten Seiten. Mehr Bilder gibts dann bald in meinem Flickr-Album (siehe: Links)
31.8.06 00:28


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